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Als um die Jahrtausendwende die Angelsachsen gegen die Normannen um das britische Reich kämpften, machte den tapferen Langbogenschützen unter anderem auch das typisch englische Wetter schwer zu schaffen. Erschöpft vom Laufen durch aufgeweichten Boden ließen sich einige der Soldaten in den Kampfpausen irgendwo nieder, um ihren müden Knochen die notwendige Ruhe zu verschaffen. Eine kleine Gruppe dieser Landsknechte hatte das Glück, in einem Wirtshaus unterzukommen, von wo aus sie den weiteren Fortgang des Krieges beobachten konnte. Um ihrer immer heftiger werdenden Langeweile Herr zu werden und gleichzeitig ihre Fähigkeiten im Umgang mit ihren Waffen zu testen, zu demonstrieren und zu vergleichen, nahmen sie die abgebrochenen Spitzen ihrer Pfeile und warfen sie auf die Böden umgestürzter Fässer. Das funktionierte selbstverständlich nur, wenn sie die Spitzen wie Wurfmesser schleuderten, denn Stabil konnte ein solcher Wurf ohne Stabilisator - wie dem heutigen Flight - kaum sein. Aber der findigste unter diesen Männern nahm seine Hutfedern, die damals am Barett eines jeden Landsknechtes steckten, und band sie jeweils an das Ende der kurzen Pfeile. So verwandelte er sie in ein stabiles Wurfgerät. Aber auch wenn es zur Kurzweil der Soldaten beitrug, selbst dieses Spiel wurde irgendwann einmal langweilig, gab es ja hierbei noch keinen echten Vergleich zwischen den einzelnen Schützen. So wurde schließlich der Fassboden mit Kreide in 20 Feldern unterteilt, wobei das absolute Zentrum - der Bull - extra markiert wurde. Chronisten zufolge war es der Zimmermann Brian Gamlin aus Bury/Lancashire, der erst 1896 die noch heute gültige Anordnung des Zahlenringes vornahm, was ihm allerdings nicht die Sympathien eines jeden Spielers einbrachte. In den kommenden Jahren wurde dann der erste Flight und der erste brass barrel - der erste Dartskörper aus Messing - patentiert. Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts wurden dann auch in einer Zeitung aus Lancashire die ersten 180er-Würfe veröffentlicht, wobei zu bemerken ist, dass damals nicht nur aus einer größeren Entfernung, sondern auch mit noch nicht so ausgereiften Darts wie heute geworfen wurde. Als dann 1973 die British Darts Organisation (BDO) aus der Taufe gehoben wurde, gab es einen weiteren unerwarteten Darts-Boom in Europa, der bis Mitte der neunziger Jahre auf Steel-Darts beschränkt bleiben sollte. In Amerika allerdings haben sich von derzeit 17 Millionen Darts-Fans bereits circa 10 Millionen entschieden, den neu entwickelten Electronic-Dartsautomaten den Vorzug zu geben, wobei wiederum davon zur Zeit schon mehr als zwei Millionen in diversen Ligen organisiert sind. Diesen Boom wollten auch die verschiedenen Hersteller von E-Dartgeräten nutzten und führten den amerikanischen Ligabetrieb auch in Deutschland ein. Organisiert und unterstützt von Organisationen wie dem American Darts Verband Deutschland (ADVD), hat dieser neue Sport endgültig einen Stellenwert bekommen, an dem auch die eingefleischtesten Steel-Darter nicht mehr vorbei sehen können. Wurden die E-Darter bis vor einigen Jahren noch als "Gummi-" oder "Steckdosendarter" tituliert, so wird ihnen heute doch der nötige Respekt gezollt. Denn jeder, der es selbst einmal ausprobiert hat, muss feststellen, dass diese "Kinderform" des Dartspiels doch nicht so einfach ist, wie zuerst gedacht.